Heilpflanzen-Lexikon:
Koriander

Koriander wird in erster Linie als Gewürz verwendet. Doch das aromatische Gewächs, insbesondere Korianderöl, lindert auch Blähungen und Völlegefühl

aktualisiert am 22.12.2016

Koriander (Coriandrum sativum)


Koriander ist vor allem als Gewürz bekannt – und zwar schon seit langer Zeit. Überreste des Krauts fanden Archäologen in den Gräbern der Pharaonen. Im antiken Griechenland soll das aromatische Gewächs Wein verfeinert haben, und sogar im alten Testament wurde es angeblich erwähnt. Koriander gehört oft zu den Bestandteilen von Currypulver – zusammen mit anderen Kräutern wie Ingwer, Kurkuma und Gewürznelken.

Neben der Bezeichnung Koriander finden sich noch andere Namen für das Gewürz: chinesische Petersilie und Wanzenkraut. Ersterer rührt daher, dass Koriander der bei uns heimischen Petersilie ziemlich ähnlich sieht. Letzterer hängt mit dem Geruch der frischen Blüten zusammen – sie sollen nach Wanzen riechen.

Wie sieht die Heilpflanze Koriander aus und wo kommt sie vor?

Koriander (Coriandrum sativum) wird bis zu 60 Zentimeter hoch. Die Blätter sind hellgrün und ein- bis dreifach gefiedert. Die Pflanze bildet kleine weißlich bis rötlich gefärbte Blüten aus, die in drei- bis fünfstrahligen Doppeldolden stehen. Die Pflanze riecht intensiv und "wanzenartig". Die Früchte sehen hellbraun aus, sind rund bis kugelig und etwa drei bis fünf Millimeter dick.
 Koriander gehört zu den Doldengewächsen (Apiaceae) und blüht von Juni bis August. Er stammt aus dem östlichen Mittelmeergebiet und dem Vorderen Orient. Als Gewürzpflanze wird er nahezu weltweit angebaut.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich in den Früchten. Aus ihnen lässt sich das ätherische Öl (Korianderöl) gewinnen. Es setzt sich zu 60 bis 75 Prozent aus der Substanz Linalool zusammen. Daneben enthält es Kampfer, gamma-Terpinen und alpha-Pinen. Für den charakteristischen Geruch des Korianders sind sogenannte Aldehyde verantwortlich. In geringen Mengen kommen Cumarine vor.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft Koriander?

Korianderöl gilt als potenter Keimbekämpfer, denn es hemmt das Wachstum von Bakterien und Pilzen. Eine Studie hat gezeigt, dass das ätherische Öl sogar gegen multiresistente Krankenhauskeime wirksam ist – zumindest im Laborversuch. Ob Koriander einmal als eine Art pflanzliches Antibiotikum dienen könnte, müssen Studien jedoch erst beweisen.

Wer Korianderfrüchte als Gewürz isst, bekommt eine weitere positive Wirkung zu spüren: Das Öl hat leicht krampflösende Eigenschaften und mindert Blähungen und Völlegefühl.

Wichtige Hinweise:

Korianderöl enthält reichlich Linalool. Diese Substanz wird als Duftstoff zahlreichen Kosmetikprodukten zugesetzt und kann – auf der Haut angewendet – zu allergischen Reaktionen führen.

Heilpflanzen, die ätherische Öle enthalten, dürfen bei Säuglingen und Kleinkindern nicht im Bereich von Nase und Mund angewendet werden, da dies bei den Kleinen Atemnot auslösen kann. Dies gilt insbesondere, wenn im Öl die Substanzen Kampfer oder Menthol vorkommen.

Auch Menschen, die an Asthma leiden, müssen vorab mit dem Arzt abklären, ob sie entsprechende Mittel einnehmen dürfen. Inhalieren mit ätherischen Ölen ist für sie tabu, da dies einen Asthmaanfall auslösen kann.

Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.